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Bauneustart

Bauneustart

23.04.2010 — Analyse


Die westliche Geschäftswelt zeigt wieder ihr Interesse für die Uraler Baubranche. Laut Experten werde die Finanzlage allmählich stabiler, folglich könne der Uraler Föderationskreis in der Perspektive langes Geld aus dem Ausland beziehen. Was die ausländischen Investoren auf dem Uraler Markt erwartet, fand der Korrespondent von RusBusinessNews heraus.

Was kostet den Finnen ein Haus zu bauen...

Die Regierung des Gebiets Swerdlowsk stellt heute vor ambitiösen Aufgaben zur Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes. Der Gouverneur Alexander Mischarin verordnete im Jahr 2010 rund 1,7 Mio. qm Wohnfläche zu bauen und bis 2013 diese Kennzahl auf 3 Mio. zu erhöhen. Zum Erreichen des gestellten Ziels wird im Gebiet die Arbeit zur Steigerung der Kundennachfrage durchgeführt. Es werden alle möglichen Mittel untersucht: Hypotheke, Subventionierung, staatliche Förderprogramme. Im Rahmen von unterschiedlichen Projekten werden im Mittelural 2010 für staatliches Geld 4.000 Wohnungen gekauft. 

Die Zielstrebigkeit der Behörden haben auch die Investoren gemerkt. Im Februar 2010 erhöhte der finnische Investitions- und Baukonzern YIT das Grundkapital seiner Tochterfirma YIT Uralstroi um 40 Mio. Euro. Wie Juhani Pitkäkoski, Präsident des Konzerns, RusBusinessNews mitteilte, wolle der Konzern den Umfang vom Wohnimmobilienbau in der Region wesentlich erhöhen. 

"Unserer Meinung nach ist das Gebiet Swerdlowsk eine Region mit guten Perspektiven, mit guter Geschichte und Entwicklungsstruktur in unserer sich ständig verändernden Welt. Hier gibt es einen großen Nachholbedarf an hochwertigen modernen Wohnungen, dadurch können wir große Hoffnungen auf YIT Uralstroi setzen," betont Juhani Pitkäkoski

YIT Uralstroi arbeitet seit 3 Jahren und hat in dieser Zeit einige Wohnkomplexe in Werchnjaja Pyschma und Jekaterinburg gebaut. In der nächsten Zeit will man einen Wohnkomplex in der Hauptstadt des Urals bauen und ein Projekt zur komplexen Erschließung eines Territoriums in der Siedlung Sewernij der Stadt Werchnjaja Pyschma umsetzen. 

Aktuell beträgt das Grundkapital von YIT Uralstroi eine Milliarde Rubel. Die Geschäftsführung der Firma ist überzeugt, diese Geldmittel seien für die erfolgreiche Ausführung aller Arbeiten genug. Im Notfall aber schließe man auch die Kreditaufnahme bei ausländischen Banken nicht aus. 

Der Südural und Oman treten dem "Bauverband" bei 

Die Ausländer zeigen ihr Interesse für das Gebiet Tscheljabinsk. Im März 2010 besuchte die Region Mohammed bin Awad bin Abdulrahman al Hassan, Botschafter des Sultanats Oman. Oman sieht die Perspektiven für die Kooperation mit dem Südural in den Bereichen Baugewerbe und Baustoffproduktion. Al Hassan zufolge sei das Gebiet Tscheljabinsk in seinem Land vor allem als russisches Industriezentrum mit vielen Investitionsmöglichkeiten bekannt.

Zurzeit verhandelt die Süduraler Firmengruppe Insi über die Realisierung in Oman eines Investitionsprojektes zum Bau eines Werks für Herstellung von Industrie- und Wohnschnellbauhäusern. Aktuell entscheidet die ausländische Seite, welche Verfahren und Produkte von Insi und in welchem Umfang nachgefragt werden könnten. Die exakten Projektwerte werden in den nächsten zwei Monaten festgelegt.

Der Ural öffnet den Auslädern die Tür

Laut Wadim Schumkow, Leiter des Departements für Investitionspolitik und staatliche Förderung des Unternehmertums des Gebiets Tjumen, bestehe heute das Interesse seitens der ausländischen Investoren. "Dies wird dadurch bestätigt, dass die Verhandlungen, die wir vor zwei Jahren über eines der großen Projekte durchgeführt haben, heute bereits in der Endphase sind, nach der wir die Projektumsetzung schon starten können. Insgesamt haben wir aktuell drei Projekte mit ausländischen Investitionen. Das sind Mesa Formwork - Herstellung der Verschalungssysteme (Türkei), MC-Bauchemie Russia - Herstellung der trockenen Baumischungen (Russland-BRD), KNAUF Insulation - Herstellung der Wärmedämmstoffe (BRD). Außerdem kauften oder kaufen rund zehn mittlere und große regionale Betriebe, die Projekte im Bereich der Baustoffproduktion realisieren, die neuen Produktionsanlagen im Ausland," berichtet Wadim Schumkow.  

Ihm zufolge sei die Russische Föderation in den letzten zehn Jahren ein aktiver Markt gewesen, an dessen Wachstum man sehr gut verdienen konnte. Heute setzen die Großunternehmen, die langfristige Entwicklungsstrategien und ein klares Verständnis der Trends auf dem Markt haben, ihre Arbeit fort. Diejenigen, die dieses Verständnis nicht haben oder fur die der Rückgang der Produktion unerwartet und katastrophal war, geben die Verhandlungen auf oder verschieben sie auf unbestimmte Zeit. Der Trend zur Steigerung der Interessiertheit bleibt und wird weiter bleiben. 

"In Russland wird man noch langfristig viel mehr als Europa an der Herstellung der gleichen Produkte verdienen können. Die Frage ist nur, an welchen Produkten und wo. Ehemals investierte man also in Zement, Schaumbeton, Ziegel, trockene Baumischungen und in alles, was mit dem Bau der Hochhäuser und Gewerbeimmobilien (Verschalung, Metallkonstruktionen, Fensterprofile) verbunden ist, als Wachstumsregionen galten Moskau und Sotschi. Jetzt muss man nach neuen Trends suchen - sowohl in Produkten wie auch in den Regionen. Trotz der Wirtschaftskrise wächst auch der private Flachbau, es werden nun die neuen Verfahren und Einbaugehäuse angewendet," so Wadim Schumkow.  

Die Investoren verstehen das und versuchen trotz der Krise ihre Geschäfte im Uraler Föderationskreis weiter zu betreiben. Auf der Jamal-Insel beispielsweise baut die türkische Firma Yamata yatirim inşaat turizm ve ticaret a.ş aktiv. Jetzt errichten die Türken das Hotel „Juribei" in Salechard. Die Firma trat außerdem als Generalauftragnehmer beim Bau des neuen Gebäudes der Internatschule in Katrawosh auf, die im März 2010 wieder eröffnet wurde. 

"Ich denke, der Markt beginnt sich mittlerweile etwas zu erholen - die ausländischen Firmen werden neben dem Baugewerbe auch in die Bauindustrie einsteigen. So realisieren bei uns ihre Projekte der schweizerische Konzern OMIA und die Firma Maxit, die dem französischen Konzern Saint-Gobain Group angehört," betont Jurij Tschumerin, Geschäftsführer des Bauindustrieverbandes des Gebiets Swerdlowsk.

OMIA baut seit September 2009 ein Marmormehlwerk in Polewskoj. Die Produktionskapazität des Betriebes wird rund 300.000 t im Jahr betragen. Ein Teil der Produkte wird in die europäischen Länder und in die Türkei ausgeführt. Maxit wird am gleichen Standort ein Werk zur Herstellung der trockenen Baumischungen errichten. 

Außerdem werde im Ural laut Jurij Tschumerin ihre Arbeit auch die Firma PERI, einer der weltgerößten Lieferenten von Verschalungen und Baugerüsten, fortsetzen. In Jekaterinburg beteiligte sich die Firma am Bau des dritten Вauabschnitts des Business-Zentrums "Antey".  

Versprechen und Halten ist zweierlei

Die Experten betonen jedoch, dass die Rückkehr der ausländischen Investoren in den Ural nicht zu eilfertig sein soll. Die Finanazkrise versetzte dem Baugewerbe einen zu heftigen Schlag, der Markt blieb wegen der ungenügenden Finanzierung praktisch stehen, deswegen wird das Interesse der Investoren nun allmählich wieder steigen. 

"Unter Berufung auf die Erfahrungen der persönlichen Verhandlungen mit Knight Frank (London) über das Projekt zum Bau der "Technograd im Polewodstwo" kann ich bestätigen, dass unser Baumarkt für die ausländischen Firmen wegen der hochen Profite wirklich interessant ist. Nicht in der kurzfristigen, aber in der mittelfristigen Perspektive, denn die Erwärmung hat erst jetzt angefangen, die wirkliche Erholung kommt erst in zwei bis drei Jahren," berichtete Alexej Kosjukow, Geschäftsführer der API Bodenfonds des Urals RusBusinessNews. 

Es sei zu bemerken, dass im Rahmen des Projekts "Technograd im Polewodstwo" ein Industriegelände, ein Lager- und Logistikkomplex, ein Messegelände und ein Geschäftszentrum gebaut werden. Diese Objekte plant man auf einem Grundstück von 68,5 ha zu errichten. Als Investor gilt OAO VUZ-Bank. Aktuell wird über die Projektteilnahme der weltweit führenden Beratungsgesellschaft für Immobilienmärkte der Luxus-Klasse Knight Frank verhandelt.

Laut Alexej Kosjukow seien die ausländischen Investoren konservativer als die russischen eingestimmt und schätzen die Risiken viel sorgfältiger ein, deswegen lassen sie ihr Auge an den Markt noch gewöhnen. Nur einzelne Projekte, wie der Vertrag zwischen dem Bergbau- und Metallurgiekonzern Uralskaja Gorno-Metallurgitscheskaja Kompanija (UGMK) und METRO, die bei Industriellen ein Grundstück zum Bau des weiteren Hupermarktes kaufte, können „ins Schwarze treffen". Als Signal zum Start der konkreten Aktivitäten wird für die Ausländer die Investitions- und Kreditbeteiligung der russischen und Swerdlowsker regionalen Banken an Bauprojekten dienen. Denn falls die russischen Bankiers in die Projekte vor Ort nicht investieren werden, dann wie kann man die Ausländer in deren Attraktivität überzeugen? 

Neben der Bankenteilnahme müssen nun auch die Behörden die Maßnahmen zur Erhöhung der Investitionsattraktivität der Regionen treffen. "Heute sind viele ausländische Investoren nicht bereit, in die Regionen zu kommen, denn das ist für sie zu riskant. Erstens wissen alle, dass der Baumarkt überhaupt nicht transparent ist, vieles hängt hier von Bekanntschaften und Beziehungen mit den Beamten ab. Zweitens gibt es sogar auf dem Markt Jekaterinburgs die Beispiele, wenn die Spieler mit ernsten Problemen konfrontieren mussten. Der österreichische Konzern Strabag zum Beispiel, der sich zum Generalauftragnehmer beim Bau des Wohnviertels Akademitscheskij erklärt hatte, lässt jetzt von sich kaum was hören und merken," so die Immobilienexpertin Tatjana Schuschakowa, Entwicklungsleiterin der Ekbrealty.ru

Ihr zufolge sei der Baumarkt zwar profitabel, aber für die ausländischen Firmen zu riskant. Besser wäre es in die Region Ural in Kooperation mit einem starken einheimischen Marktspieler einzusteigen, der feste Beziehungen mit den Behörden hätte. Es sei allerdings nicht ausgeschlossen, dass sich die Situation in den nächsten zwei bis drei Jahren kaum verändern wird - im März 2010 ließ der russische Regierungschef Wladimir Putin die Staatsanwaltschaft die Einhaltung der Baugesetze in den Regionen überprüfen. Als vorrangige Aufgaben nannte er das Loswerden des bürokratischen Mechanismus, wenn sich die Abstimmung und die Freigabe der neuen Projekte über die Jahre ziehen könne, sowie die Beseitigung der Schattenbeziehungen zwischen den Baufirmen und den Behörden.  

Nach der Meinung des Börsenanalysten Konstantin Seljanin werden die ausländischen Firmen auf den Markt in zwei Jahren etwas aktiver kommen - zu der Zeit wird die Marktsituation wieder zum Ausgangspunkt zuruckkehren. „Wenn die Immobiliennachfrage zu steigen beginnt, steigen die Einkommen der Russen, der Ural wird folglich für die Ausländer attraktiver sein," meint der Experte. 

Maria Truskowa 

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