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Russische Wirtschaft träumt von Währungsabwertung

Russische Wirtschaft träumt von Währungsabwertung

01.04.2013 — Nachrichten


Die Industriellen aus Swerdlowsk haben der russischen Regierung vorgeschlagen, den Rubel abzuwerten und den Preis des Geldes in Russland zu senken. Die Wirtschaft, das behaupten die Industriellen, kann bei einem überhöhten Rubel-Kurs und hohen Zinsen auf ausländischen Märkten nicht konkurrieren. Doch der Berichterstatter von "RusBusinessNews" stellte fest, dass das teure Geld nur eins von vielen Problemen ist. Wenn die Regierung ihre Finanz- und Industrie-Politik nicht ändert, droht nicht dem Land nicht nur der Verlust der Absatzmärkte, sondern auch Flucht der Steuerzahler, die sich mit ihren Unternehmen in Ländern mit besserem Investitionsklima niederlassen werden.

Die geschäftsführende Vize-Präsidentin des Unternehmer- und Industrie-Verbandes des Swerdlowsker Gebiets Marina Wschiwtsewa teilte auf der Sitzung des Verbandsausschusses für Industrie und Zusammenarbeit mit natürlichen Monopolen, dass die mittelständischen Betriebe der Region ratlos sind. In den letzten 3 Jahren sind die Energie- und Transportpreise deutlich gestiegen, und die Absatzmärkte geschrumpft. So wurden die Hersteller der Baumaterialien vom Hohen Norden, wo die Unternehmen aus der Region traditionell Metallkonstruktionen, Stahlbeton und Bauschutt verkauft haben, regelrecht verdrängt.

Verdrängt wurden die Unternehmen aus Ural von ihren Konkurrenten aus Omsk und Novosibirsk, welche niedrigere Preise, dank der Schiffslieferung über die Flüsse Irtysch und Ob anbieten konnten. Im Gegensatz zu den Schiffstransportgesellschaften kann die Eisenbahn den Unternehmen nur Enttäuschungen anbieten. Für eine Strecke von 3000 Kilometer braucht die Eisenbahn etwa 30 Tage. Bei solchen Geschwindigkeiten, so Vorsitzender des Verbandsausschusses für Industrie und Zusammenarbeit mit natürlichen Monopolen Anatolij Sysoew, kann der Hersteller keine normalen Wirtschaftszahlen erreichen. LKW-Transport kommt für die Unternehmer ebenfalls nicht in Frage, weil die LKWs wegen der eingeführten Achslasteinschränkung nur zur Hälfte beladen werden, was wiederum zu steigenden Selbstkosten führt.

Ratlos ist die Industrie auch, weil sie auf den Kampf um neue Märkte nicht vorbereitet war, die Marktbedingungen nicht eingeschätzt und mögliche Lieferwege nicht analysiert hat. Die Wirtschaft richtet ihren Blick auf die Regierung, und bittet sie, ein Sonderdepartement für Koordinierung der Produktionspläne unter der Leitung des Bevollmächtigten Vertreters des russischen Präsidenten im Föderationskreis Ural zu gründen, Handelsabkommen zwischen den Regionen zu unterzeichnen, bestimmte Hersteller zu fördern u.v.m.

Die Unternehmer aus Swerdlowsk, so A. Sysoew, verlieren ihre Marktanteile im Grunde genommen wegen der Finanzpolitik des Staates. In der Wirtschaft fehlt einfach das Geld. Das Verhältnis der Geldmenge zum BIP beträgt in Russland lediglich 52%, dabei liegt dieser Wert in Japan bei 340%, in China bei 185% und in Großbritannien bei 150%. Dazu kommt noch, dass die Kredite unbezahlbar sind, weil die Zentralbank den Leitzins bei 8,25% hält. In Europa beträgt er 0,75%, in den USA 0,25% was zu billigerem Geld in diesen Ländern führt. Seit den 1990-er Jahren entspricht die Euro-und Dollar-Wechselkurse nicht der tatsächlichen Inflation. Heute muss ein Euro etwa 58 Rubel statt den gehandelten 40-41 Rubel kosten.

A. Sysoew ist überzeugt, dass nach der Abwertung des Rubels, wenn der Wechselkurs endlich der tatsächlichen Inflation angepasst wird, die russische Wirtschaft, wie nach der Krise 1998 aufblühen wird. Bei einer geringen Geldmenge und starkem Rubel wäre es naiv zu erwarten, dass die Russen neue Märkte erobern können. Nach Meinung des Experten ist kein wirtschaftlicher Aufschwung bei solcher Finanzpolitik des Staates zu erwarten.

Der stellvertretende Generaldirektor für strategische Entwicklung der "Lorry" AG Alexandr Trachtenberg glaubt, dass der Grund der Probleme nicht das teure Geld, sondern miserables Management ist. Die russische Wirtschaft, so der Experte, hat mit der sowjetischen nichts mehr gemeinsam und kann sich aus diesem Grund nicht leisten, auf allen Märkten präsent zu sein. Sie muss sich auf bestimmte Richtungen konzentrieren: "Ich glaube, erklärt der Geschäftsmann, dass leichte oder lokale Industrie zu fördern, in unserer Region keinen Sinn macht. Diese Branchen hatten nie hohe Bedeutung. Warum verschwenden wir unsere Zeit? Seit langer Zeit ist unsere Region auf Metallurgie und Maschinenbau spezialisiert. Wir müssen den ausländischen Märkten arbeitsaufwendige und hochtechnologische Produkte anbieten. Doch das Gebiet hat kein Entwicklungsprogramm für Export entwickelt, keinen Analysebericht für Maschinenbaukapazitäten erstellt und keine Förderung von bestimmten Herstellern."

Der Stellvertretende Generaldirektor für Energieprojekte der Bergbau- und Metallurgiegesellschaft von Ural Wladimir Netschitajlow behauptet, dass heute nicht mal ein rostiger Eimer ohne Zertifikat ins Ausland verkauft werden kann. Das Swerdlowsker Gebiet, welches Transformatoren, Kessel, Turbinen und sonstige Anlagen herstellt, hat aber nach wie vor keine elektrotechnische Prüfstelle. Zu Sowjetzeiten gab es in der Region gleich zwei solche Stellen, eine beim Uralelektrotjazhmasch-Werk und eine beim Polytechnischen Institut von Ural (heute – föderale Universität von Ural. Heute befinden sich auf dem Gelände der Prüfstellen Märkte mit chinesischen Waren. China, dagegen, baut gleich drei Prüfstellen.

In Russland ist nur eine, in Sankt Petersburg geplant. Es schaut danach aus, dass Swerdlowsker Gebiet seinen Traum vom Export vergessen kann.

Wladimir Terletskij

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